BuchDruckKunst 2013

Zum achten Mal fand im Januar die „Norddeutsche Handpressenmesse“ mit 50 Ausstellern im Museum der Arbeit in Hamburg statt. Gut 2000 Besucher sahen sich auf dem Gelände der ehemaligen „New York Hamburger Gummi-Waaren Compagnie“ um und konnten in allen Gebäuden des Museums Interessantes entdecken. In der „Neuen Fabrik“ beispielsweise die „Meister der Einbandkunst“, die unter der Leitung von Ireen Kranz ihr angestaubtes Image überwunden haben und frische Ideen zur Einbandgestaltung präsentierten. Bei der Hamburger Buchbinderin Karin Begemann konnte man beim Buchbinden selbst Hand anlegen.

Im Torhaus zeigten Angela Schröder und Jürgen Zeidler die Kunst der Lithographie, die als Druckverfahren bei der diesjährigen Messe im Mittelpunkt stand. Kollegen aus der Steindruckwerkstatt konnten mit einem illustrierten Werk zu Jean Giono glänzen, das in Kooperation mit den Handsetzern und Buchdruckern des Museums entstanden und auch dort erhältlich ist.

50 Aussteller, viele zum ersten Mal in Hamburg dabei, zeigten ihre Werke in der „Alten Fabrik“. Während Studenten der Burg Giebichenstein das Buch hauptsächlich als künstlerisches Objekt darstellten, war vom Unikat über die Kleinstauflage bis hin zur „Massenproduktion“ alles vertreten. Auffallend auch auf dieser Messe die handwerkliche Qualität aus „dem Osten“, stellvertretend seien Claudia Berg, Rainer Ehrt, Bettina Haller und Susanne Theumer genannt. Grafiken mit viel Witz präsentierte die Künstlerinnengruppe „augen:falter“ aus Leipzig.

Allerdings: Nur noch wenige Aussteller scheinen überhaupt eine publikumsträchtige Auflage mit originalgrafischen Techniken ins Auge zu fassen, dazu gehören beispielsweise die Büchergilde, die Officina Ludi von Claus Lorenzen , die Edition Eichthal von Jens-Uwe Jess, Carpe Plumbum von Thomas Siemon und auch meine Edition. Dies ist zum einen verständlich angesichts der Risiken, die mit einer – verhältnismäßig – hohen Auflage einhergehen. Zum anderen droht aber bei den vielen Klein(st)-Editionen eine gewisse, wenn auch vielfältige Belanglosigkeit, wenn der Anspruch nach größtmöglicher Wirkung aufgegeben wird.

Die nächste „BuchDruckKunst“ wird vom 17. bis 19. Januar 2014 im Museum der Arbeit stattfinden.