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proben

proben

Es gibt viele Arten von Papieren, für den Künstler jedoch geht es meist um hochwertiges und alterungsbeständiges Material. Während für Europäer das Motto „Je dicker, desto besser“ gilt, ist es in Japan genau umgekehrt: die zartesten, gleichmäßig geschöpften Bogen sind ein Zeichen für höchste Qualität. Dafür werden lange Pflanzenfasern verwendet, die auch bei dünnsten Papieren eine verhältnismäßig hohe Reißfestigkeit und Stabilität garantieren. Gedruckt wird darauf mit wasserbasierten Farben, die von den Fasern gut aufgenommen werden. Doch auch für den maschinellen Buchdruck sind diese...

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Schreib-Akte

Schreib-Akte

ist der Titel eines neuen Buches mit drei längeren Essays von Jens Sparschuh, das sechs Typografiken von mir enthält. Grundlage sind Plakatschriften aus dem Atelier „Schwarze Kunst“, die in Kombination mit Holzschnittfonds in jeweils sechs Farben im Buchdruck auf einer Andruckpresse gedruckt wurden. Die typografische Umsetzung der Texte und die Gesamtherstellung lag in den Händen von Thomas Glöß – das handgebundene Werk erscheint in der neuen Reihe „SchriftBild“ des Leipziger Bibliophilen-Abends. Der Leipziger Bibliophilen-Abend wurde 1991 wiedergegründet (der gleichnamige Vorgängerverein...

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Meditationen

Meditationen

Unter Kunst verstehen wir alles, was uns entzückt, ohne daß es uns gehört – die Spur unserer Durchreise, das einem anderen Menschen gewährte Lächeln, den Sonnenuntergang, das Gedicht, das objektive Weltall. Besitzen heißt verlieren. Fühlen ohne zu besitzen, heißt bewahren, denn es bedeutet, aus einer Sache ihr Wesen herauszuziehen.
Fernando Pessoa, aus dem „Buch der Unruhe“

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Den Buchstaben die Freiheit geschenkt

Den Buchstaben die Freiheit geschenkt

Wenn Holz- und Bleilettern die große Freiheit vom Setzkasten feiern, dann geht es rund: Dann wird das K mit Q und Apostroph zum Akrobaten auf einem Einrad, und das J verwandelt sich in einen Seelöwen, der mit einem O jongliert. Der „typographische Circus“ kann beginnen. Der Dompteur in dieser Welt der Zeichen ist Klaus Raasch, seine Arena das Gutenberg-Museum. Raasch, Jahrgang 1960 und seit 1986 als freischaffender Künstler in Hamburg tätig, ist in Mainz kein Unbekannter. Im Juni 2000 war er am größten Farbholzschnitt der Welt auf Initiative des Druckladens beteiligt und auch im...

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Zur Ausstellung „Schnittstellen“

Zur Ausstellung „Schnittstellen“

Ich bin gebeten worden, etwas über mein Projekt „Schnittstellen“ zu erzählen. Der Titel bezieht sich in seiner Mehrdeutigkeit einerseits auf meine Vorliebe, in Holzplatten zu ritzen, fräsen und zu schneiden, andererseits auf die Berührungspunkte zwischen alten und neuen Techniken, oder emphatischer ausgedrückt, zwischen Tradition und Moderne. Außerdem überschneiden sich – und das war anfangs ungeplant – die Hannoveraner Präsentation und die gleichlautende Ausstellung im Gutenberg-Museum in Mainz. Während in der Geburtsstadt Gutenbergs hauptsächlich die im Buchdruck hergestellten Grafikzyklen...

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Fundstücke

Fundstücke

Das eigentliche Original einer Originalgrafik ist die Druckplatte, der Druckstock. Da ich häufig die Technik der „verlorenen Form“ benutze – bei der vor jedem neuen Druckvorgang der Holzschnitt weiterbearbeitet und am Ende nur der letzte Zustand erhalten wird, die ursprüngliche Form also „verloren“ und die Auflage nicht wiederholbar ist – bleiben oft nur Bruchstücke des Motivs erhalten. Manche Platten werden ausgesägt, zerteilt, gedruckt, weiter geschnitten, gefräst, gebohrt, gebürstet und dann wieder wie ein Puzzle zusammengefügt. Die Hölzer behalten nach dem Druck ihre Einfärbung,...

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